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Theoretische und praktische Einblicke in die duale Ausbildung bekamen die Gäste der Unione Provinciale Artigiani di Padua (UPA Padua) bei ihrem Besuch der Gewerbe Akademie in Freiburg. 50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Freiburg und Padua - Freiburg. Anlässlich des offiziellen Auftakts zum Jubiläumsjahr der Partnerschaft zwischen Freiburg und Padua hat die Handwerkskammer Freiburg am Wochenende eine Delegation ihrer Partnerkammer aus Padua, der Unione Provinciale Artigiani di Padova (UPA), begrüßt. Gemeinsam besuchte man den Festakt der Stadt Freiburg und der Dante Alighieri Gesellschaft Freiburg.

Der Festakt war Anlass, aber nicht der einzige Grund für den Besuch aus Padua. Im Rahmen eines europäischen Programms zur Förderung ökologischer Innovationen in Kleinbetrieben, an dem die UPA Padua partizipiert, standen am Samstag zudem die Besichtigung der Gewerbe Akademie in Freiburg und ein Treffen mit der Kfz-Innung Freiburg auf der Automobilmesse in Freiburg auf dem Programm. Ein informelles Treffen mit fünf Auszubildenden aus Padua, die in der Region Freiburg eine handwerkliche Ausbildung absolvieren, rundete das Programm ab.

 

Bereits am Freitagabend hatten sowohl der Erste Bürgermeister der Stadt Freiburg, Otto Neideck und die italienische Konsulin Giacinta Oddi die intensive Zusammenarbeit der Handwerkskammer Freiburg und der Unione Provinciale Artigiani di Padova hervorgehoben. In den mittlerweile fünfzehn Jahren der Partnerschaft beider Kammern seien Projekte im Bereich erneuerbarer Energien und in der beruflichen Bildung erfolgreich und beispielgebend durchgeführt worden. Das Handwerk ist damit neben der Universität die zweite institutionelle Säule der Partnerschaft beider Städte.

 

Am Samstagmorgen begrüßte Kammergeschäftsführer Wolfram Seitz-Schüle die Delegation in der Gewerbe Akademie in Freiburg. Er betonte die aktuellen Herausforderungen für Deutschland und Europa. Er nannte dabei vier Hauptthemen: Erstens den Bereich der Migration und Integration, speziell vor dem Hintergrund der Aufnahme vieler Geflüchteter in Deutschland; zweitens die Fachkräftesicherung in Zeiten, in denen nahezu Vollbeschäftigung herrscht und die über viele Jahre propagierte Akademisierung der Gesellschaft die Suche nach Auszubildenden heute deutlich erschwert; drittens die fortschreitende Digitalisierung, die nicht allein neue technische Lösungen bereit hält, sondern Geschäftsmodelle in den kommenden Jahren radikal verändern wird; und schließlich viertens Europa als politisches Projekt, das sich in einer entscheidenden Phase befindet, in der Gewissheiten und Hoffnungen von vor einigen Jahren heute nicht mehr aktuell sind. Diese Herausforderungen aktiv zu bewältigen, sei eine zentrale Aufgabe der Kammern und Verbände europaweit, vor allem auch im gemeinsamen Austausch und mit dem klaren Ziel, kleinen Unternehmen eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen.

 

Zum internationalen Austausch im Handwerk gehört traditionellerweise ein Einblick in die Struktur des deutschen Kammerwesens und der dualen Ausbildung, den Achim Leonhardt, Referatsleiter Berufliche Bildung der Handwerkskammer den italienischen Gästen verschaffte. Im Anschluss führte Ralf Maier, Fachbereichsleiter Kfz, die Gäste durch die Werkstätten der Gewerbe Akademie und vermittelte so einen ganz praktischen Eindruck der überbetrieblichen Ausbildungsstätten. Die Fragen der Gäste drehten sich rund um die Finanzierung der dualen Ausbildung und die Unterstützung durch Herstellerfirmen. Aber auch arbeitsrechtliche Aspekte wie die Möglichkeit der Auflösung eines Ausbildungsvertrages wurden thematisiert.

 

Austausch mit MobiPro-EU Teilnehmern aus Padua

Zu einem Treffen unter Kollegen kam es anschließend auf der Messe Freiburg. Im Rahmen der „Automobil“ begrüßten Siegfried Ernst, stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung Freiburg und Innungsgeschäftsführer Erhard Bender die Gäste. Die Konsulin Giacinta Oddi ließ es sich nicht nehmen, vor Ort erneut die gute Zusammenarbeit beider Handwerkerschaften zu würdigen. Wie diese erlebbar wird, zeigte die Anwesenheit von fünf italienischen Auszubildenden, mehrheitlich aus Padua. Die Teilnehmer des durch die Bundesagentur für Arbeit geförderten Programms MobiPro-EU berichteten über ihre Motivation nach Deutschland zu gehen, ihre bisherigen beruflichen Erfahrungen und das Leben in Deutschland im Allgemeinen. Dabei machten sie spürbar Eindruck auf die Delegationsteilnehmer. Im Anschluss fasste UPA-Delegationsteilnehmer Mario Xausa mit Blick auf die schwierige wirtschaftliche Lage in Italien seine Eindrücke wie folgt zusammen: „Wir dürfen nicht länger lamentieren, wir müssen nach Lösungen suchen. Diese jungen Leute haben uns gezeigt, wie es geht.“

 

 Foto: Handwerkskammer Freiburg

 

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79098 Freiburg

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