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Stabile Konjunktur, steigende Unsicherheiten, sinkende Wettbewerbsfähigkeit. Gaffal: „Erwarten 2018 in Bayern ein Wachstum von 2,5 Prozent“. „Die bayerische Wirtschaft befindet sich in einer stabilen und guten konjunkturellen Lage. Wir erwarten für 2018 für Deutschland ein Wachstum von 2,0 Prozent und für Bayern von 2,5 Prozent“, erklärt Alfred Gaffal, Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., bei der Vorstellung des aktuellen vbw Index. Bedrohungen für das Wachstum sind laut vbw die deutlich gestiegenen Unsicherheiten. „Gleichzeitig verschlechtert sich unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Die gute Konjunktur verdeckt nur, dass viel zu tun ist“, betont Gaffal ( foto).

Das Konjunkturbarometer der bayerischen Wirtschaft, der vbw Index 01 / 2018, liegt aktuell bei 145 Punkten und damit auf dem Niveau wie im Herbst 2017. Auch bei den einzelnen Teilindizes gab es keine großen Veränderungen: Der Lageindex Wachstum konnte sich um drei Punkte auf 161 verbessern. „Die Firmen sind sehr zufrieden mit der Geschäftslage. Produktion und Umsätze steigen trotz der beschriebenen Verlangsamung recht ordentlich“, führt Gaffal aus. Der Prognoseindex Wachstum blieb unverändert bei 137 Punkten. Die Stimmungsindikatoren haben nachgegeben. Etwas zurückgegangen sind der Lageindex Beschäftigung um zwei Punkte auf 143 sowie der Prognoseindex Beschäftigung um drei auf 137 Punkte. „Das darf man nicht überbewerten. Die Arbeitslosigkeit ist inzwischen so niedrig, dass der Abbau nicht mehr so schnell geht wie im letzten Jahr, die Beschäftigungspläne der Unternehmen sind unverändert expansiv“, ordnet der vbw Präsident ein.

Große Sorge bereitet der Wirtschaft der protektionistische Kurs der USA. Sorge bereiten außerdem die sinkende Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, die Lage der Europäischen Union mit dem anstehenden Brexit und der politischen Situation in Italien. Hinzu kommt das angespannte Verhältnis zwischen Russland und dem Westen. Der vbw Präsident betont, dass bayerische Unternehmen für 530.000 Arbeitsplätze in den USA sorgen. Beim Thema Handelsbilanzüberschuss warnt Gaffal vor Vereinfachungen: „Es greift zu kurz, allein auf den statistisch ausgewiesenen Handelsbilanzsaldo zu blicken. Betrachtet man die Leistungsbilanz insgesamt, so haben die USA gegenüber der EU sogar einen Überschuss. Gründe dafür sind Überschüsse der USA gegenüber der EU beim Dienstleistungshandel und bei den Primäreinkommen, die beide – aufgrund steuerlicher Gestaltung – insbesondere in den Bilanzen gegenüber Ländern wie den Niederlanden und Irland auftauchen, obwohl sie eigentlich auch in Deutschland erwirtschaftet werden. Das Ganze ist sehr komplex. Das Fazit aber ist einfach: Protektionismus führt in die Irre und schadet letztendlich allen.“

Gaffal hebt hervor, dass sich die aktuellen Herausforderungen nur mit einem starken, wettbewerbsfähigen Europa lösen lassen: „Nur so können wir mit den USA auf Augenhöhe verhandeln. Die Regierungen in Italien und Spanien bergen jedoch die Gefahr, dass Europa den Weg in eine Transferunion einschlägt – das gilt es zu verhindern. Die Bundesregierung ist deshalb aufgefordert, auf der einen Seite für Einigkeit und auf der anderen Seite für ein starkes Europa mit starken europäischen Staaten zu sorgen.“

Die vbw sieht auch die sinkende internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands kritisch. „Wir brauchen angesichts der Rekordeinnahmen dringend eine steuerliche Entlastung von Bürgern und Unternehmen, gleiches gilt für die Belastung durch die Sozialversicherungsbeiträge. Außerdem muss die deutsche IT-Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht werden und wir müssen als Investitionsstandort attraktiver werden“, verlangt Gaffal. Er kritisiert den Koalitionsvertrag als „mutlos“ und verweist stattdessen auf die „vbw Agenda für Deutschland“.

Beim Thema Diesel spricht sich der vbw Präsident für eine Versachlichung aus und erteilt Fahrverboten eine klare Absage. Mit Blick auf Hamburg kritisiert Gaffal die Sinnlosigkeit der Debatte: „Hilft es der Umwelt, wenn man als Dieselfahrer jetzt einen Umweg fährt, der drei Mal so lang ist wie die vom Fahrverbot gesperrte Strecke?“ Zudem betont der vbw Präsident die besondere Bedeutung der Automobil- und Zulieferindustrie für Bayern und die bayerische Wirtschaft: „Um weltweit Leitregion für das Automobil zu bleiben, müssen wir beim Antrieb, beim automatisierten und autonomen Fahren sowie bei mobilen Dienstleistungen wie dem Car-Sharing Innovationsführer sein.“


Übersicht vbw Index seit Herbst 2016

 

Frühjahr 2018

Herbst 2017

Frühjahr 2017

Herbst 2016

vbw Index gesamt:

145

145

139

132

         

Lageindex Wachstum:

161

158

146

141

Prognoseindex Wachstum:

137

137

134

126

Lageindex Beschäftigung:

143

145

136

128

Prognoseindex Beschäftigung:

137

140

139

131

 

Eine grafische Darstellung des vbw Index finden Sie unter
www.vbw-bayern.de/vbw-index



ibw – Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.
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80333 München

 
 

 

 

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