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Unter dem Motto „Ehrenamt ist nachhaltig! – Ehrenamt gestaltet unsere Zukunft!“ wurden beim Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt 2020 zum dritten Mal Personen, Initiativen und Organisationen mit neuen Ideen rund ums Ehrenamt gesucht. Insgesamt sind über 300 Bewerbungen eingegangen. Eine unabhängige Jury unter Vorsitz von Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner hat elf Preisträger ausgewählt. Sechs Preisträger erhalten jeweils 10.000 Euro in der Kategorie ‚Innovative Projekte‘. In der Kategorie ‚Neue Ideen‘ wurden fünf Preisträger ermittelt, die je 3.000 Euro erhalten. „Ehrenamtliches Engagement lebt von kreativen Ideen. Es ist lebendig und entwickelt sich ständig weiter. Mit dem Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt wollen wir dies jedes Jahr in besonderer Weise anerkennen“, so Trautner.

 

Im Mai 2020 sollten im Rahmen eines Festaktes die von einer unabhängigen Jury ausgewählten elf Preisträger des Bayerischen Innovationspreises Ehrenamt 2020 von Sozialministerin Carolina Trautner persönlich ausgezeichnet werden. „Ich bedauere, dass es uns aufgrund der gegenwärtigen Corona-Pandemie im Moment nicht möglich ist, die diesjährigen Preisträger wie bisher in einem festlichen Rahmen zu würdigen. Sie alle hätten diese öffentliche Anerkennung mehr als verdient“, so Trautner. „Uns allen wird in dieser Zeit aufs Neue bewusst, wie wichtig Bürgerschaftliches Engagement für unsere Gemeinschaft und unser Zusammenleben ist. Umso wichtiger ist es, dass wir die großartige Leistung unserer Ehrenamtlichen würdigen. Ich freue mich über die zahlreichen Bewerbungen für den Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt 2020 und danke allen Ehrenamtlichen in Bayern für ihren großartigen Einsatz für unsere Mitmenschen. Ehrenamt stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt!“

Im Folgenden werden die diesjährigen Preisträger aufgelistet.

In der Kategorie ‚Innovative Projekte‘ wurden ausgezeichnet:

„Jung übt sich: Die Retter von Morgen!“ von Jugendgruppen der Augsburger Hilfsorganisationen (Schwaben):

Unter dem Motto „Gemeinsam stark!“ haben sich mittlerweile neun Jugendgruppen von Hilfsorganisationen in Augsburg und Umgebung verbandsübergreifend zusammengeschlossen, um andere junge Menschen für das Ehrenamt zu begeistern. Ohne Berührungsängste planen und organisieren sie gemeinsame Ausbildungen, Übungen und Aktionen. So wurden etwa 24- bzw. 48-Stunden-Jugendübungen mit realistischer Unfalldarstellung durchgeführt, durch die die jungen Menschen auch Aufmerksamkeit und Verständnis für die Arbeit der Hilfsorganisationen in der Öffentlichkeit geweckt haben. „Hier lernen Jugendliche früh, was Zusammenarbeit heißt. Dieser Blick für das Ganze und die dynamische und kreative Verantwortungsbereitschaft der jungen Menschen haben die Jury überzeugt“, so Trautner

 

„IG OMa“ der gleichnamigen Interessengemeinschaft zur Förderung der dörflichen Entwicklung in Oberdorf und Martinszell (Waltenhofen, Schwaben):

In herausragender Weise haben Bürgerinnen und Bürger in diesen Ortsteilen von Waltenhofen Eigenverantwortung für ihr Dorf übernommen. Als das letzte Wirtshaus und der letzte Tante-Emma-Laden am Ort zusperrten, packten sie selbst mit vielen Ideen und Leidenschaft an. Im Zentrum des 2014 gegründeten Vereins steht der in ehrenamtlicher Arbeit umgebaute ehemalige Bahnhof als Dorftreff mit Bistro und Kleinkunstbühne. Dabei hat sich die Initiative ein breites Themenspektrum auf die Fahnen geschrieben und stetig fortentwickelt: Dorfgestaltung, Infrastruktur, Klimaschutz, soziales Miteinander und Kultur am Ort zählen dazu. „Hier ist eine lebendige Dorfgemeinschaft mit Vorbildcharakter entstanden“, so Trautner.

„Nachhaltigkeits- und Zukunftszentrum Alte Feuerwache Fürth“ der Initiative „Fürth.Ort“ (Mittelfranken):

Die Initiative „Fürth.Ort“ setzt sich dafür ein, dass in der 2020 frei werdenden Alten Feuerwache in Fürth ein Nachhaltigkeits- und Zukunftszentrum entsteht. Das Ziel dieses Netzwerkes ist es, verschiedene Initiativen, Kreative und Künstler aus allen Lebensbereichen zusammenzubringen und gemeinsame Räume für diese Initiativen zu schaffen. Die Initiative zielt auf Bürgerbeteiligung und hat inzwischen erreicht, dass aufgrund eines Stadtratsbeschlusses von der Stadtverwaltung ein entsprechendes Konzept für die zukünftige Nutzung der Alten Feuerwache entwickelt wird. „Die gelebte Bürgerverantwortung ist ein lebendiger Beitrag zur Demokratie und ein Markenzeichen unserer freiheitlichen Gesellschaft. Es ist wichtig und wertvoll, dass sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Ideen für die Gestaltung unserer Zukunft einbringen“, so Trautner.

 

„Nachhaltiges soziales Engagement in der Region: Tat vor Ort“ der Robert Bosch GmbH des Werks Blaichach/Immenstadt (Schwaben):

Das Übernehmen sozialer Verantwortung und das nachhaltige Engagement in der Region hat im Robert-Bosch-Werk Blaichach in Immenstadt eine lange Tradition. Seit 2011 führen Auszubildende im zweiten Lehrjahr in Projektteams eigenständig ehrenamtliche Projekte durch. 2017 wurde die Initiative auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgeweitet. Das Unternehmen unterstützt die Projekte, die unter dem Stichwort „Tat vor Ort“ laufen, dabei auch finanziell und will nun die Initiative auf Partnerfirmen und Netzwerkkontakte erweitern. „Dieses Unternehmensengagement ist vorbildlich. Hier wurde gemeinsam erkannt, dass vom ehrenamtlichen Engagement alle Beteiligten profitieren: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das Unternehmen und die Region“, so Trautner. (s. Bild )

„Schaffenburg e.V. Treffen – Schaffen – Teilen“ des Vereins Schaffenburg e.V. in Aschaffenburg (Unterfranken):

Der Verein Schaffenburg e.V. bietet unter dem gelebten Motto „Treffen – Schaffen – Teilen“ mit seiner Werkstatt eine soziale Plattform für nachhaltige Technik. Naturwissenschaftlich interessierte Menschen finden hier ein breites Themenspektrum, in dem sie sich gemeinsam mit anderen verwirklichen können. Dabei spielen soziale Aspekte für den Verein eine große Rolle. Er arbeitet mit dem Ziel einer generationenübergreifenden technisch-kulturellen Bildung mit Inklusion von Menschen mit Behinderung und sozial benachteiligten Menschen. Deshalb hat sich der Verein auch mit anderen Einrichtungen, wie Jugendzentrum oder Mehrgenerationenhaus, vernetzt. „Dem Projekt gelingt es in vorbildlicher Weise, innovative Technik, Nachhaltigkeit und Soziales unter einen Hut zu bringen und damit einen besonderen Ort des gemeinsamen Erlebens zu schaffen“, so Trautner.

„Schule Als Staat, Grassington“ der SMV des Erasmus-Grasser-Gymnasiums in München (Oberbayern):

Die Schülermitverantwortung (SMV) des Erasmus-Grasser-Gymnasiums in München hat das Projekt „Schule als Staat“ als Schülerinitiative an ihrer Schule bereits zweimal überaus erfolgreich durchgeführt. In einem einwöchigen Planspiel wurde jeweils eine bestimmte Staatsform mit allen Institutionen nachgespielt. Den Schülerinnen und Schülern kommt es darauf an, durch das „Erleben“ anderer Staatsformen die Vorteile einer Demokratie sichtbar zu machen und so auch die Partizipation im eigenen Staat zu fördern. „Die Schülerinnen und Schüler haben Sozialkunde in die Praxis umgesetzt. Es ist gut, wenn eine Schule auch diese Form nachhaltiger Bildung ermöglicht. Das ist ein Gewinn für die gesamte Schulfamilie“, so Trautner.

In der Kategorie ‚Ideen‘ wurden ausgezeichnet:

„Demenzverzögerer "Woaßt as no?““ des Treffpunkts Ehrenamt im Landkreis Cham (Oberpfalz):

Der „Treffpunkt Ehrenamt“, Koordinierungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement im Landkreis Cham, hat die Idee für ein präventives Projekt im Bereich Demenz entwickelt. Hintergrund ist, dass laut einer Studie Demenz hinausgezögert werden könne, wenn man sich mit den Risikogruppen frühzeitig beschäftigt und zum Beispiel deren kognitiven Fähigkeiten kontinuierlich fördert und trainiert. Ehrenamtliche des Landkreises sollen entsprechend geschult werden und sich dann um die Senioren kümmern. Der „Treffpunkt Ehrenamt“ plant, das Projekt „Demenzverzögerer“ mit anderen Akteuren, wie etwa Gemeinden und deren Seniorenvertretungen, Kirchengemeinden und der Gesundheitsakademie Ostbayern, auf den Weg zu bringen. „Demenz ist nicht nur ein gesundheitliches, sondern auch ein wichtiges gesellschaftliches Thema. Hier zeigt das Ehrenamt erneut, dass es den Blick auf das richtet, was Menschen bewegt und aktiv wird, um die Zukunft und das Miteinander zu gestalten“, so Trautner.

„Talente vermehren“ des Freiwilligenzentrums „mach mit!“ des Caritasverbandes im Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken):

Das Freiwilligenzentrum „mach mit!“ im Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim möchte mit Schülerinnen und Schülern ein Experiment starten, das das biblische Gleichnis vom Vermehren der anvertrauten Talente als Grundidee hat. Das Projekt wird mit einer Schulklasse im Unterricht geplant und in der Freizeit in Kleingruppen praktisch durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler sollen ganz eigenständig mit einem Startkapital von 20 Euro ehrenamtlich aktiv und produktiv werden. Das vermehrte Geld aus den entstandenen Aktionen wird am Ende wieder einem guten Zweck zugeführt. Bei diesem Projekt geht es also nicht darum, Geld zu vermehren. „Das Besondere ist, dass junge Menschen lernen, was sie durch das Umsetzen eigener Ideen für andere erreichen und verbessern können. Ihr persönlicher Gewinn durch das ehrenamtliche Engagement wird dabei gewiss groß sein“, so Trautne

„Junior Demenzbegleiter“ des Malteser Hilfsdienstes e.V. im Bezirk Oberbayern:

In diesem gemeinsamen Projekt der Malteser Jugend und des Demenzreferats des Malteser Hilfsdienstes e.V. im Bezirk Oberbayern sollen demenziell erkrankte Menschen von Jugendlichen begleitet werden. Die jungen Menschen werden durch entsprechende Schulungen für das Thema Demenz sensibilisiert. Ziel des Projekts ist es, den demenziell veränderten Menschen durch das ehrenamtliche Engagement der Jugendlichen Anteil am gesellschaftlichen Leben zu schenken. Gleichzeitig soll es den Jugendlichen bereits in ihrem Alter ermöglicht werden, Berührungsängste abzubauen und ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern. „Mit diesem vorbildlichen Generationenprojekt soll das Thema Demenz enttabuisiert und in die Mitte der Gesellschaft geholt werden. Dass junge Menschen hierfür gewonnen werden sollen, ist eine großartige Idee“, so Trautner.

„Schwimmen lernen für ALLE“ der Stiftung Deutschland Schwimmt in Nürnberg (Mittelfranken):

Bei diesem Inklusionsprojekt sollen Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung zu Schwimmlehrern ausgebildet werden. Nach einer entsprechend zertifizierten Ausbildung können Menschen mit Behinderung als Assistenzschwimmlehrer tätig werden. Die Stiftung Deutschland Schwimmt setzt sich schon seit Jahren in vielfältiger Weise für den Schwimmsport von Menschen mit Behinderung ein. „Sport im Allgemeinen und Schwimmen im Besonderen ist gerade auch für Menschen mit Behinderung eine große Bereicherung. Und wenn sie sich zusätzlich ehrenamtlich engagieren können, ist das gelebte Inklusion im bestem Sinne“, so Trautner.

 

„Digitalisierte Prozesse im Sportverein“ des Sportvereins K.F.F. Mettenheim im Landkreis Mühldorf (Oberbayern):

Der Sportverein K.F.F. Mettenheim im Landkreis Mühldorf hat sich nicht nur den Fußball und soziales Engagement, sondern auch die moderne Organisation des Vereinslebens auf die Fahnen geschrieben. Seit zwei Jahren hat er eine interaktive Managementsystem-Software implementiert. Mit diesem Tool zu den Themen Prozess-, Qualitäts- und Wissensmanagement werden etwa Protokolle und Aufgaben digital organisiert. Gleichzeitig analysiert der Verein damit auch Stärken und Schwächen, entwickelt seine Strategie für die Ausrichtung des Vereins und plant anhand von Fakten. Nun will der Verein mit einem Workflow-Generator die Prozesse im Verein weiter digitalisieren, optimieren und verschlanken. „Ehrenamt und Vereinsleben befinden sich zum Teil vor enormen Herausforderungen. Dieser Preisträger zeigt, dass auch Vereine durch die Digitalisierung bei der Bewältigung dieses Wandels profitieren können“, so Trautner.

Bayerisches Staatsministerium für
Familie, Arbeit und Soziales
Winzererstraße 9
80797 München