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Kritik des Internationalen Währungsfonds ist zu kurz gedacht. Leistungsbilanzüberschuss beruht nicht auf niedrigen Löhnen. Brossardt: „Exportüberschuss ist Ausdruck unserer Wettbewerbsfähigkeit“. -  „Den deutschen Leistungsbilanzüberschuss auf zu niedrige Löhne zurückzuführen ist falsch“, betont Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., und fügt hinzu: „Wir haben weltweit die sechsthöchsten Arbeitskosten. Der erzielte Überschuss ist Ausdruck der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und deren Produkte.“

Mit diesen Worten kritisiert die vbw den Internationalen Währungsfonds (IWF). Dieser fordert insbesondere die Reduzierung des deutschen Exportüberschusses zum Ausgleich von wirtschaftlichen Ungleichgewichten. „Das ist aber zu kurz gedacht. Von einer starken und erfolgreichen deutschen Wirtschaft profitieren auch unsere Handelspartner. Die Importnachfrage der deutschen Wirtschaft sorgt in den anderen EU-Staaten für fünf Millionen Arbeitsplätze. Dreieinhalb Millionen Jobs entstehen dabei allein durch die Nachfrage der deutschen Industrie nach Vorleistungs- und Investitionsgütern“, erklärt Brossardt.

Ein weiterer Kritikpunkt des IWF sind die niedrigen Investitionen in Deutschland. Mit einer deutliche Erhöhung der Löhne, wie vom IWF gefordert, kann die Investitionsschwäche aber nicht überwunden werden – im Gegenteil: „Deutlich steigende Arbeitskosten würden den Unternehmen den Spielraum für Investitionen nehmen – das ist also der falsche Weg. Unsere Unternehmen investieren ihre Überschüsse aktuell vielfach im Ausland. Um die Investitionen im Inland zu stärken, müssen wir in Deutschland die Rahmenbedingungen für private Investitionen verbessern“, erläutert Brossardt. Die Folge wäre eine automatische Reduzierung des Leistungsbilanzüberschusses.

Die Europäische Union attestiert Deutschland in ihrem Länderbericht 2017, dass der Leistungsbilanzüberschuss von 8,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes kein übermäßiges Ungleichgewicht darstellt. Sie sieht aber haushaltspolitische Möglichkeiten für Investitionen. „Die Staatseinnahmen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen und der Spielraum für wichtige Investitionen in die deutsche Infrastruktur ist gegeben – da sind nun Bund und Länder gefordert, zügig zu handeln“, findet Brossardt.  

ibw – Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Max-Joseph-Straße 5
80333 München

 
 

 

 

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